Wer heute ein Elektroauto kaufen will, hat nicht gerade die Qual der Wahl – die Auswahl beschränkt sich auf ein gutes Dutzend Modelle, darunter Luxusschlitten wie der Tesla Roadster, die sich nur die wenigsten leisten können. Aber nun kommt Bewegung in den Markt: Im Jahr 2013 rollt eine ganze Reihe neuer Autos mit Elektroantrieb in die Läden.

Die neuen Stromer fahren entweder voll elektrisch oder als so genannter Plug-in-Hybrid. Bei Letzterem steckt sowohl ein Elektromotor als auch ein Benzin- oder Dieselantrieb unter der Motorhaube. 50 Kilometer schaffen viele der Hybride rein elektrisch – die Erfahrung zeigt, dass damit die meisten Strecken im Alltag abgedeckt sind.

Besonders interessant in diesem Jahr: Viele große deutsche Autohersteller stellen erstmals ein Elektroauto vor. Kurz vor der North American International Auto Show, die am 14. Januar in Detroit ihre Tore öffnet, präsentieren wir einige der spannendsten angekündigten Elektro-Neuvorstellungen:

1) Ford Focus Electric: Kompakter Elektrowagen

In den USA ist er schon auf den Straßen zu sehen – in Europa soll er ab der zweiten Jahreshälfte 2013 zu haben sein: Fords Elektroversion des Kompaktklasse-Modells Focus. Fahrern des Benziner-Modells wird zunächst kaum ein Unterschied auffallen – nur, wer hinter die Klappe für das Ladekabel schaut, erkennt, dass hinter der Karosserie kein Tank, sondern schwere Akkus verborgen sind. Die speichern 23 Kilowattstunden Strom, was für 160 Kilometer Reichweite sorgen soll. Dabei will der Detroiter Autokonzern vor allem mit einer geringen Ladezeit punkten: Binnen drei bis vier Stunden an der Steckdose sind die Akkus wieder voll. Höchsttempo des Elektro-Fords: 136 Kilometer pro Stunde. Preis: Voraussichtlich 40.000 Euro.

 

2) Daimler Smart Electric Drive: Mini-Stromer

Wer in Amsterdam ist, kann ihn schon als Carsharing-Auto mieten – nun aber ist der Smart Electric Drive von Daimler auch in deutschen Autohäusern zu kaufen. Die Wartezeit für bestellte Fahrzeuge liegt momentan bei neun Monaten – kleine Stadtflitzer wie der Smart sind derzeit besonders gefragt. 145 Kilometer weit bringt der Strom aus dem 15-Kilowattstunden-Akku den Smart, bis er an die Steckdose muss. Das reicht, um sich um urbanen Raum leise und emissionslos fortzubewegen. Auch als Cabrio ist Daimlers Elektroneuheit zu haben. Eine optionale Schnellladestation soll den Akku in nur einer Stunde wieder füllen. Preis: 19.000 Euro plus Batteriemiete (65 Euro/Monat).

 

3) BMW i3: Karbon-Karosse

Er soll für seine Fahrzeugklasse ein Leichtgewicht werden, nicht mehr 1250 Kilogramm wiegen: Mit dem i3 will der Münchener Autokonzern BMW Ende 2013 nicht nur sein erstes Elektroauto auf den Markt bringen, sondern auch das Zeitalter der Karbon-Karosserie einleiten. Dank der besonders leichten Bauweise soll der i3 mit einer Akkuladung 160 Kilometer weit kommen. Für die Herstellung der besonders leichten Karbonfasern hat BMW eigens ein Werk in den USA errichtet – der fertige i3 soll aber in Leipzig vom Band rollen. Preis: Vermutlich knapp unter 40.000 Euro.

 

4) Volkswagen e-Up!: Kompakter Stadtflitzer

Präsentiert hat Volkswagen sein Elektroauto e-Up! schon auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt im Jahr 2009 – im Herbst 2013 soll es ihn nun zu kaufen geben. Das kompakte Auto, eine elektrische Version des bereits erhältlichen Kleinwagens Up,  soll vor allem in der Stadt unterwegs sein. Das Höchsttempo liegt bei 130 Kilometern pro Stunde, die Reichweite soll ebenfalls bei 130 Kilometern liegen. Preis: Vermutlich 23.000 Euro.

 

5) Nissan Leaf: Pionier für lange Strecken

Von Nissans Leaf sind laut Kraftfahrtbundesamt im vergangenen Jahr in Deutschland 451 Stück verkauft worden – damit ist das er hierzulande auf Platz drei der meist verkauften Stromer. Aus gutem Grund: Das japanische Elektroauto wird seit 2010 produziert und ist eines der ersten kommerziellen Elektroautos überhaupt. Nun will Nissan eine Neuauflage auf den Markt bringen: Der neue Leaf soll pro Akkuladung jetzt 228 Kilometer weit kommen. Obendrein wollen die Japaner den Preis senken – wie stark genau, ist noch nicht klar. Bisher kostet der Nissan Leaf in Deutschland rund 37.000 Euro.

6) VW XL1: Mögliches Ein-Liter-Auto

Wenn er hält, was Volkswagen verspricht, dann wird der XL1 ein wahres Sparwunder: Nur knapp einen Liter Sprit soll der Wagen auf 100 Kilometern schlucken. Vorgestellt hatte VW seine Neuheit schon im Jahr 2011 in Katar, im Herbst nun wurde ein Erlkönig auf südeuropäischen Straßen gesichtet. Berichten zufolge soll der Plug-in-Hydrid noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. 35 Kilometer soll das Auto rein elektrisch fahren können, danach springt ein Dieselmotor ein. Zudem setzt Volkswagen auf konsequenten Leichtbau: Nur 795 Kilogramm soll das Flunderauto wiegen. Preis: unbekannt.

 

7) Toyota iQ Electric Vehicle: Mini-Viersitzer

Als “kleinstes viersitziges Elektrofahrzeug der Welt” preis Toyota seinen iQ Electric Vehicle an. Mit 3,1 Metern Länge zwängt sich der Kleinwagen tatsächlich noch in so manche enge Parklücke. Mit einem Stromverbrauch von 10,4 Kilowattstunden auf 100 Kilometern soll der iQ EV obendrein das bisher sparsamste Elektroauto sein. Dafür ist die Reichweite mit 85 Kilometern allerdings auch sehr begrenzt – mehr als ein Stadtflitzer ist Toyotas Elektroneuheit kaum. Immerhin: Binnen 15 Minuten soll der Akku zu 80 Prozent aufgeladen sein. Hoch ist dagegen der Preis: Rund 37.000 Euro.

 

 8) Renault Zoe: Kleinwagen mit Ausdauer

Renaults Neuvorstellung soll ein wahrer Ausdauersportler sein: 210 Kilometer ist die offizielle Reichweite – damit kann der Franzose fast mit Nissans neuem Leaf mithalten. Möglich machen es unter anderem energieeffiziente Reifen und eine Wärmepumpe, die für sparsame Klimatisierung und Heizung sorgt. Ursprünglich war der Marktstart für April geplant, doch der Termin wird sich möglicherweise auf die zweite Jahreshälfte verschieben. Preis: 20.600 Euro plus Batteriemiete (79 Euro pro Monat).

 

9) Tesla Model S: Schneller Luxusschlitten

Mit dem Roadster hat die kalifornische Autoschmiede Tesla bereits bewiesen, dass Elektromobilität nicht nur möglich ist, sondern auch Spaß machen kann. Das Nachfolgemodell mit dem Namen Model S, das im Frühjahr auf den Markt kommt, setzt die Messlatte für die gesamte Branche noch einmal höher: Bis zu 480 Kilometer Reichweite verspricht der Hersteller – und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern. In nur 4,4 Sekunden sprintet der Model S von Tempo Null auf hundert. Wer es sich leisten kann, kann nun seine Bestellung aufgeben. Preis: Ab 72.400 Euro.

 

10) Cadillac ELR:

Nach dem Volt und dem Ampera soll im kommenden Winter mit dem Cadillac ELR das dritte Elektroauto aus dem Haus General Motors auf den Markt kommen. Angeblich wurde erst kürzlich ein Erlkönig gesichtet – vorgestellt werden soll der Elektro-Cadillac aber nächste Woche auf der Autoshow in Detroit. Viele Details sind noch nicht bekannt – fest steht: Der ELR wird eine Luxusversion des Chevrolet Volt. Preis: unbekannt.