Die Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland“ wird seit 1996 alle zwei Jahre im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes herausgegeben. Die Studie basiert auf Befragungen von zweitausend Personen und hat zum Ziel „einen Überblick über den Stand des Umweltbewusstseins, die Verhaltensbereitschaften der Menschen im Alltag sowie die Akzeptanz der Umweltpolitik hinsichtlich aktueller umwelt-und nachhaltigkeitsbezogener Politik- und Themenfelder“ zu geben.

Dabei zeigt sich in der aktuellen Studie: Das Umweltbewusstsein rückt immer mehr in den Fokus der Bevölkerung.

WiWo Green hat für Sie die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

Bürger empfinden Umwelt-und Klimaschutz als eines der dringendsten Probleme der Gegenwart: 35 Prozent der Befragten geben bei der Frage, welches das wichtigste und dringendste Probleme der heutigen Welt sei, den Umwelt und Klimaschutz an. Im Verhältnis zu der letzten Studie aus dem Jahr 2010 ist das ein Anstieg um 15 Prozent. Daneben erklären knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten, dass die Bundesregierung sich mehr für den Umweltschutz einsetzen solle. Dies ist ein Anstieg um lediglich zwei Prozent gegenüber der Studie von 2010.

Bürger meinen, Klimaschutz sei eine Lösung für Globalisierungsprobleme. 40 Prozent der Befragten nennen den Umwelt-und Klimaschutz als Schlüssel, der für die Bewältigung von zukünftigen Aufgaben wie der Globalisierung, notwendig sei. Die ist ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber 2010.

Befragte sehen Konflikt zwischen Umweltschutz und anderen Aufgaben. Viele Bürger erklären, dass der Umweltschutz in einem Konflikt mit Aufgaben wie der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen oder der Verbesserung der sozialen Gerechtigkeit stehe. Ein Drittel der Bevölkerung fordert bei der Befragung, Einschränkungen beim Umweltschutz in Kauf zu nehmen, bis Fortschritte in den anderen Bereichen erzielt seien. Minimal weniger Bürger sprechen sich für einen Kompromiss zwischen diesen Bereichen aus.

E-Mobilität bei der Bevölkerung bekannt, jedoch nicht relevant. Alternative Mobilitätskonzepte wie E-Mobilität oder Car-Sharing ist 40 Prozent der Befragten ein Begriff, spielt jedoch bei den meisten keine große Rolle.

Bio-und Regionalprodukte bei Kunden beliebt, jedoch oftmals zu teuer. Für den Hauptteil der Befragten spielen bei der Auswahl ihrer Lebensmittel Qualität, Frische und der Preis eine Hauptrolle, regionale Herkunft, fairer Anbau oder Bio-Produktion spielen eine untergeordnete Rolle. Jedoch orientieren sich 45 Prozent der Befragten an Gütesiegeln oder Regionalmarken. Ein Drittel gibt an, nie Bioprodukte zu kaufen, da diese zu teuer seien. Ähnliches gilt für regional- und fair gehandelte Produkte: Positive Wahrnehmung ja, kaufen nein, da zu teuer.

Ökostrom boomt bei Verbrauchern, stromsparende Haushaltsgeräte weniger. Die Nachfrage nach Ökostrom und nachhaltigen Geldanlagen hat mit 20 und 12 Prozent gegenüber 2010 mit acht und vier Prozent deutlich zugenommen. Ebenfalls geben 27 Prozent der Befragten an, dass energiesparende Haushaltsgeräte in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen werden. Jedoch zeigen die Kaufzahlen etwas anderes. Kauften nach eigenen Angaben 2010 noch 65 Prozent der Befragten energieffiziente Geräte fiel dieser Anteil 2012 auf 52 Prozent. Die meisten Befragten nannten bei solchen Anschaffungen den Preis, nicht die Energieeffizienz als Hauptkriterium.

Umweltschutz bei Mietern nicht Hauptkriterium. Trotz der Tatsache, dass 60 Prozent der befragten Bürger bekannt ist, das größere Wohnungen wegen ihres Energieverbrauches umweltbelastender seien, geben drei Viertel an, dass sich die Wohnungsgröße vor allem nach individuellen Kriterien richten solle.

Wenig Betroffenheit bei Bürgern durch Klimawandel. Zwischen einem Drittel und der Hälfte der Befragten geben an, dass sie von dem Klimawandel und damit verbundenen Problemen wie Hitzewellen oder Hochwasser, überhaupt nicht betroffen sein werden. Lediglich zwischen neun und 25 Prozent der Befragten gehen von einer starken Betroffenheit aus.