Ultra-HD, vernetztes Haus und Smart Watches – diese drei großen Themen beherrschen die diesjährige Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin. Bei der Weißware ist das Thema Energieeffizienz praktisch an jeder Ecke präsent. „A+++“ prangt in fetten Lettern über den Waschmaschinen, Kühlschränken und Herden aller großen Hersteller. Beko ruft sich da gar selbst zum „Energy Hero“ aus.

Bei so viel Gleichklang haben wir uns auf die Suche nach den versteckten Geheimtipps der Messe gemacht. Diese fünf Entwicklungen verdienen Ihre Aufmerksamkeit:

1. Vernetzte Pflanzensensoren

Mit sogenannten Pflanzensensoren bekommt sogar der ungeschickteste Hobby-Gärtner einen grünen Daumen. Denn die Gadgets von Koubachi oder dem, noch nicht auf dem Markt erschienen, Parrot Flower Power messen die Bedürfnisse von Pflanzen – egal ob es an Wasser mangelt, der Stellplatz zu schattig ist oder mal wieder gedüngt werden müsste. Der Sensor schickt die Messwerte und seine Interpretation per WLAN (Koubachi) oder Bluetooth (Parrot) direkt aufs Smartphone, und zwar ganz spezifisch je nach Pflanzenart.

Schließlich befinden sich in den zugehörigen Apps regelrechte Botanik-Enzyklopädien. Die umfasst bei Koubachi aktuell 700, bei Parrot sollen es 6.000 Pflanzen sein. Vorteil der Sensoren: Blumen, Gemüse und alles andere Grün muss weder verdursten, noch in einer Flut ertrinken. Damit kann einerseits Wasser nachhaltiger verbraucht werden. Andererseits sparen die Gadgets wegen WLAN, Bluetooth und Batterien im Sensor aber nicht gerade Energie. Preis Koubachi: ab 89 Euro. Preis und Markteintritt Parrot Flower Power: unbekannt.

2. Ozonfilter für Laserdrucker

 


Carbon Clean Office – also so viel wie ein CO2-freies Büro – verspricht der Hersteller Riensch & Held aus Hamburg. Zum Einsatz kommt der Filter bei Laserdruckern. Die stoßen in Betrieb giftige Stoffe wie Ozon, Benzol oder Feinstaub aus. Damit diese nicht in Umlauf oder die Atemwege geraten, filtert der Carbon Clean Office diese Nanopartikel mit elektrostatisch geladenem Material und einer Schicht aus Aktivkohle heraus.

Montiert wird der Filter ganz einfach über dem Lüfter der Laserdrucker mit doppelseitigem Klebeband. Dabei passt er an nahezu jedes Gerät für den Heimgebrauch. Nach sechs bis zwölf Monaten muss er erneuert werden. Preis: ca. 25 Euro.

3. Kleines Kraftwerk für unterwegs

Wer beim Camping-Urlaub in der freien Natur nicht auf sein Smartphone verzichten kann, für den gibt es jetzt eine Lösung. Der myFC Powertrekk ist eine Art Mini-Generator, der Strom aus Wasserstoff erzeugt und in jede Hosentasche passt. Dazu benötigt das Gerät nur ein bisschen Wasser und einen „Power Puck“ der aus Wasserdampf Strom produziert.

Das Gadget erreicht eine Leistung von 2,5 Watt. Der Powertrekk kann dabei nicht nur Handys, sondern auch kleine Action-Kameras, MP3-Player oder GPS-Geräte aufladen. Auf dem Mini-Kraftwerk sitzt außerdem eine 1.500 mAh-Batterie, die überschüssigen Strom speichert oder per USB schon zu Hause geladen werden kann.

Im Gegensatz zu Solar-Ladegeräten funktioniert diese Lösung auch bei schlechtem Wetter. Allerdings ist sie wegen der Aluminium-Hülle des Pucks wenig umweltfreundlich. Immerhin handelt es sich laut dem schwedischen Startup aber um recycelbare Materialien. Preis: 226 Euro (inklusive 6 Power Pucks).

4. Grünes Licht

 


Die Energiepsparlampe 2.0 – etwa so könnte man die Bluetooth Smart LED SL01 des chinesischen Herstellers Sunkintech grob beschreiben. Zum ersten, weil sie mit gerade einmal sechs Watt nicht einmal die Hälfte des Stromes einer herkömmlichen Energiesparlampe bedarf. Zum Zweiten, weil sie ganze 50.000 Stunden durchhalten soll.

Und zum dritten, weil die Leuchte je nach Wunsch in 256 verschiedenen Farben schillert. Das lässt sich, genau wie das Ein- und Ausschalten, bequem vom Smartphone aus über Bluetooth steuern. Preis und Markteintritt in Deutschland unbekannt.

5. Supereffiziente Computerbildschirme


Am Rande der IFA wurde die „Global Efficiency Medal“ von SEAD für energiesparende Computerbildschirme verliehen. In drei Kategorien für unterschiedliche Größen machten die beiden Platzhirsche Samsung und LG das Rennen unter sich aus. Bei den mittleren und großen Displays gewannen die Samsung-Modelle S22C200B und S27C450B, bei den kleinen Bildschirmen LGs 19EN33SA. Berücksichtigt wurden nur Produkte auf dem europäischen Markt.

Die prämierten Modelle sind zwischen 24 und 54 Prozent energiesparsamer als ihre herkömmlichen Konkurrenten. „Hätten künftig alle neu produzierten Bildschirme diese Standards, könnten wir jährlich bis zu 3,6 Terrawattstunden Strom in Europa einsparen“, sagte Paul Hodson vom Referat für Energie-Effizienz in der EU-Kommission am Freitag.

SEAD steht für „Super-efficient Equipment and Appliance Deployment Initiative“ und besteht aus internationalen Regierungspartnern von unter anderem den USA, Deutschland und Japan.

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