Blauer Himmel, freie Fahrt für Elektroautos und tausende Nissan-Stromer auf den Straßen. Oslo ist wie Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn sich das wünscht: Ein kleines Stromer-Paradies. Oh, wäre doch überall wenigstens Oslo. Dann hätte es die Elektromobilität etwas leichter. Denn ausgerechnet Oslo – Hauptstadt des Landes, das mit üppigen Erdölreserven und Einnahmen gesegnet ist – fördert Elektromobilität aus der Einsicht, dass die Erdölvorräte begrenzt sind:

Elektromodelle dürfen die Busspuren nutzen, die City-Maut müssen sie nicht entrichten, die zahllosen Ladestationen sind kostenlos. Allein neben dem Rathaus können an der Station Aker Brygge – die größte der Welt – rund 50 Fahrzeuge Strom tanken. Hier dürfen ausschließlich Stromer parken. Und Parkscheine lösen müssen die E-Auto-Fahrer auch nicht.

Damit noch nicht genug: Der Staat gewährt zudem eine Förderung von mindestens 6000 Euro pro Elektrofahrzeug. Kein Wunder also, dass Oslo die europäische Stadt mit den meisten Elektroautos ist. Was Unternehmens-Chef Ghosn gefällt: Der Leaf ist mit rund 4200 Stück der Marktführer.

Obwohl der Leaf erst 2010 auf den Markt kam, ist bereits jetzt eine Überarbeitung fällig. Das ist nicht wirklich verwunderlich, schließlich sind Elektroautos noch eine recht junge Automobil-Spezies. In kurzer Zeit ändert sich da viel, vor allem haben die Nissan-Techniker von den weltweit über 50 000 Leaf-Kunden gelernt. Von außen sind die Veränderungen kaum zu sehen, allein die Nase des Leaf zeigt sich leicht geliftet. Unter der attraktiven Hülle des familientauglichen Stromers hat sich jedoch einiges getan.

Stromerparadies im hohen Norden

Der Leaf von vorne ...

Der Leaf von vorne …

Mehr Reichweite, größerer Kofferraum und ein geringerer Einstiegspreis zählen zu den Hauptvorteilen des neuen Leaf. Im Einzelnen:

- Die Reichweite soll von etwa 175 Kilometer auf knapp 200 Kilometer steigen. Erreicht haben die Ingenieure das etwa mit einer neuen Klimaanlage, die dank einer Wärmepumpe 70 Prozent weniger Energie verbraucht. Vor allem im Winter soll diese Technik mehr Reichweite versprechen.
- Größerer Kofferraum: Durch die Verlegung des Inverters, der den Gleichstrom aus den Akkus in Wechselstrom für den E-Motor umwandelt, wächst das Kofferraumvolumen um 40 Liter.
- Preis: Mit zuletzt fast 34 000 Euro war der Leaf schmerzhaft teuer. Jetzt soll die Schwelle gesenkt werden. Der Kompaktwagen soll in der bereits gut ausgestatteten Basisversion unter 30 000 Euro kosten. Wer die Batterie für monatlich mindestens 79 Euro least, reduziert den Kaufpreis noch einmal um rund 6000 Euro auf etwa 24 000 Euro.

Wie fährt sich der runderneuerte Stromer?

Die ersten Testrunden