Sie sehen Glühbirnen ziemlich ähnlich, haben die gleiche Größe, verbrauchen aber bis zu 80 Prozent weniger Strom; LED-Lampen (LED = Leuchtdiode). In ihrem Glaskolben gibt es keinen glühenden Metallfaden wie in der klassischen Glühbirne, sondern einen Halbleiter, der nicht rechnet oder Daten speichert wie im Computer, sondern ein grelles Licht erzeugt.

Je nachdem, welche Spurenelemente den Licht erzeugenden Schichten beigemischt werden, ist es wärmer, tendiert also eher zum Rot-Gelb, oder kälter, also zum Bläulichen. Sowohl  in Wohnungen als auch in Hotels und Restaurants wird warmes Licht bevorzugt. Die Hersteller haben sich darauf eingestellt. In jeder Birne stecken mehrere, manchmal Dutzende LEDs, die in unterschiedlichen Farben strahlen: bläulich weiß für die Helligkeit und rötlich-gelb für die Gemütlichkeit.

In der Mischung ergibt sich dann ein warmer Ton. Doch wenn man die LED-Birne dimmt, verändert sich die Lichtfarbe in Richtung bläulich. Daran scheiterte anfangs die Einführung der Strom sparenden Lampen in Restaurants. „Wenn das Schnitzel plötzlich grau wird, schmeckt es ihnen natürlich nicht mehr“, sagt Mathias Gladner, Geschäftsführer von LEDeXCHANGE in Rheinbreitbach südlich von Bonn.

Das Unternehmen entwickelt Leuchtmittel für den Hausgebrauch, vor allem aber spezielle Modelle für bestimmte Anforderungen, etwa LED-Röhren als Ersatz für Leuchtstoffröhren. Produziert werden sie dann in asiatischen Fabriken.

Angefangen hat das Unternehmen mit der Entwicklung von Leuchtmitteln für Hotels. Das Dimm-Problem tauchte frühzeitig auf – und wurde gelöst. Statt alle LEDs in einer Birne gleichmäßig zu dimmen entwickelten die Ingenieure des Unternehmens eine Elektronik, die vor allem den Stromfluss zu den eher bläulich strahlenden Dioden reduzierte. Die Folge: Das Licht und damit auch das Schnitzel behält seine Farbe, wenn die Beleuchtung intimer wird. Bisher setzen aber vor allem Hotelketten wie Best Western, Dorint, Holiday Inn, Maritim, Ibis oder Steigenberger auf die wirtschaftliche Technik.

Wie eine Glühbirne – nur sparsamer. Die B55 von LEDeXCHANGE.

In diesem Jahr will das Unternehmen unter anderem mehr als 100.000 LED-Röhren verkaufen, die nur halb so viel Strom verbrauchen wie die, die heute genutzt werden. Da sie die gleiche Form haben, muss die alte Röhre nur rausgenommen und durch die neue ersetzt werden. Für die Expansion wird das Startup vom High-Tech Gründerfonds unterstützt.

Die LED-Birne aus Rheinbreitbach soll mit weniger als zehn Euro deutlich billiger sein als die Konkurrenzprodukte in den meisten Baumärkten. Der Haken bisher: Außer vor Ort, kann man die Leuchten als Privatmann noch nicht kaufen. Derzeit richtet das Unternehmen einen Online-Shop ein. Und es laufen Verhandlungen mit einem Discounter, der das Sortiment anbieten will.